200 Meter

Dein Mund spricht mit ihm, deine Augen seh’n mich
Und das über 200 Meter
An euren Fingern kleben Ringe, tun sie es nicht?
Immer noch 200 Meter

Du fängst an zu laufen, ziehst ihn mit dir mit,
In langsamen Schritten nach vorn
“Vorn”?, das heißt ich! Und ich komm hervor,
Mit langsamen Schritten zurück

Unsicher, ob wegen deiner Absicht,
Rückwärts im langsamen Schritt
Du näherst dich mir,
Dein Blick durchbohrt mich
Und langsam
Bleibe ich steh’n

Die Distanz minimiert,
Konfrontation akzeptiert,
Warte ich hier nun
Auf dich

Dein Mann hinter dir,
Du bald vor mir
3 Meter
2 Meter
1!!!

“Harald, darf ich vorstellen:
mein netter Arbeitskollege Heinz!

Wir haben noch was zu besprechen,
lässt du uns vielleicht allein?”
Harald - aus der Puste - nach dem eiligen Sprint,
Nickte nur kurz,
Begab sich zum nahen Cafe
Und setzte sich hin

Zu zweit machten wir nun,
Zwei völlig Fremde,
Direkt vor seinen Augen,
Eine große Wende

Unser Ziel ein Motel,
Welches sie bereits sah
Der Abstand zu Harald:
200 Meter!

Anmerkungen

das ist basically das erste "ernste" poem, das ich je geschrieben habe
also ich hab vorher mal so diss-gedichte aus spaß geschrieben, aber das hier war dann für ne latein hausaufgabe und ich hab mir schon mühe gegeben
bis auf das "langsame schritte"-spamming find ichs eigentlich auch immer noch ganz cool (zweimal war fine, aber ich glaub das dritte mal war nicht mal bewusst)
und vor allem interessant, wie ich da schon mit dem rhythmus und den line breaks umgegangen bin